Montag, 6. Juni 2011

Bischofskonferenz Ecuadors schweigt eisern über das Fasten von Bischof Gonzalo López Marañón

Bischof Gonzalo Lopez mit einem Geschenk der Shuar-Indios

Comunicado de Prensa 10° (Quito, 6.6.2011) - Seit 14 Tagen nimmt Bischof Gonzalo Lopez Marañón (77) keine feste Nahrung zu sich. Am 24. Mai hat der emeritierte Bischof von Sucumbíos unter dem Motte "Für Frieden und Versöhnung in der Kirche von Sucumbíos" diesen radikalen Entschluss gefasst, um die tiefen Risse und Wunden, die durch die Art seiner Nachbesetzung in seiner ehemaligen Diözese entstanden sind, zu versöhnen. 40 Jahre lang hat er als Missionar und Bischof der Kirche von Sucumbíos gedient, er ist beim Volk sehr beliebt und es gab auch seitens des Vatikans in all den Jahren keine Beschwerden.

Früh am Montagmorgen kam Präsident Correa ohne vorherige Ankündigung ins Zelt von Bischof Gonzalo, um mit ihm allein über die momentane Situation zu beraten.

In der vergangenen Woche erhielt Mons. Gonzalo durch die Bischöfe von Aguarico, Riobamba, Santo Domingo und den emeritierten Bischof von Machala, die ihn besuchten, große Unterstützung. Bischöfe aus Guatemala, Mexico, Costa Rica und Panamá bekundeten ihre Solidarität in Briefen.

Die Bischofskonferenz von Ecuador hält ihrerseits eisernes Schweigen über das Fasten von Bischof Gonzalo, eines ihrer ältesten Diener.

Auch aus der Amazonas-Provinz gibt es keine Zeichen der Versöhnung oder des Dialogs. Am Wochenende wiederholten sich die Prozessionen der Charismatischen Erneuerungsbewegung in Nueva Loja mit der Forderung der Rückkehr der Herolde. Dieser Orden wurde im Oktober letzten Jahres beauftragt, das Apostolische Vikariat Sucumbíos zu übernehmen. Ihr Modell von Kirche und die unbotmäßigen Vorgangsweisen während ihrer Administration führten bereits sechs Monaten nach ihrer Ankunft zum Verlassen der Provinz.

Noch immer sind mehr als 20 Menschen angeklagt, einer terroristischen Vereinigung anzugehören und gemeingefährlich zu sein. Die Beschwerde wurde von Mitgliedern der Herolde im Mai eingereicht, nachdem sie den Radiosender Sucumbíos für sich beansprucht hatten. In diesem Zusammenhang sagte Frau Pereira Policarpa, die Bischof Gonzalo seit 1972 kennt, bei der Sonntagsmesse in Quito im Zelt, sie sei zutiefst empört und zugleich ohnmächtig.

Am Wochenende haben viele Leute die Zelte für die Versöhnung, die in Quito vor der Bethlehem-Kirche errichtet sind, besucht. Unter ihnen waren Gruppen der Frauenbewegungen von Sucumbíos sowie indigene Vertretungen der Quechua und Shuar, von Jugendbewegungen und Gemeinschaften für Kirche und Welt.

Die Regierung von Sucumbíos hat eine besondere Radiosendung für Versöhnung in der Provinz begonnen.

Laut Auskunft der Ärzte ist der Zustand von Mons. Gonzalo den Umständen entsprechend. Er hat bereits viel Körpergewicht verloren und achtet darauf, sich nicht unnötig anzustrengen. Der Bischof ist weiterhin entschlossen, so lange zu fasten und zu beten, bis deutliche Zeichen der Versöhnung unter der Bevölkerung von Sucumbíos sichtbar werden.



Siehe dazu auch
Domradio.de, 9.6.2011
Ein Bischof probt den Aufstand
Seit zwei Wochen ist Gonzalo Lopez Maranon im Hungerstreik

Blickpunkt Lateinamerika, 8.6.2011
Bischof seit 14 Tagen im Hungerstreik