Posts mit dem Label Bischof Kräutler werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Bischof Kräutler werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 17. Mai 2013

Bischof Erwin Kräutler zu Belo Monte: "Gebe nicht auf"


RadioKulturhaus, 16. Mai 2013, 18:30 Uhr
Im Zeit-Raum: Im Kampf für Amazonien

Bischof Erwin Kräutler spricht mit Johannes Kaup über seinen Kampf für Gerechtigkeit und Menschenwürde, seine Motive, seinen Lebensweg und die aktuelle Situation seines Einsatzes gegen das Staudamm-Projekt Belo Monte.

HINWEIS:
Das Gespräch wird am 24. Juni 2013 um 16 Uhr auf Ö1 übertragen.

Der Standard, 17.5.2013
Belo-Monte-Staudamm: Kräutler wirft Brasilien Verfassungsbruch vor

Bevölkerung sei nicht entsprechend angehört worden - Menschen würden Folgen des Projekts "vielleicht physisch überleben, aber kulturell gehen sie zugrunde"

Belem/Wien/Graz - Der aus Vorarlberg stammende Bischof der Amazonas-Diözese Xingu, Erwin Kräutler, wirft der brasilianischen Regierung im Zusammenhang mit dem Bau des Belo-Monte-Staudamms Verfassungsbruch und Rechtsverletzungen vor. Rund 40.000 Menschen, vorwiegend Angehörige indigener Minderheiten, würden Lebensraum und -grundlage verlieren, kritisierte Kräutler am Donnerstagabend im Wiener ORF-Radiokulturhaus. Internationale Konzerne wie die steirische Andritz, die am Kraftwerksbau mitarbeiten, hätten sich über die Zerstörungen und Probleme nicht ausreichend informiert.

Der indigenen Bevölkerung Brasiliens steht laut Verfassung das Recht zu, bei Projekten, die ihren Lebensraum betreffen, angehört zu werden, so Kräutler. Allerdings sei das nicht eingehalten worden, wodurch die Verfassungsgesetze verletzt worden seien.

Auch in Umweltfragen handle Brasiliens Regierung nicht gesetzeskonform, da viele Auflagen schlicht nicht erfüllt worden seien. Derzeit sind bei Gericht noch Dutzende Verfahren anhängig, doch sind die Staatsgewalt und die Justiz in Brasilien nach Meinung Kräutlers so eng verflochten, dass höherrangige Instanzen oft Gerichtsurteile im Sinne der Regierung aufheben würden. Daher könne man Brasilien in diesem Zusammenhang nicht als "Rechtsstaat" sehen, meinte der Geistliche, der bereits um einen Termin beim brasilianischen Höchstrichter angesucht hat.

Kräutler: "Gebe nicht auf"

"Ich habe Beweise dafür", sagte der Bischof, der nach Morddrohungen und einem missglücktem Anschlag in Brasilien nur mit einer Security-Eskorte unterwegs ist. "Solange die Verfahren laufen, gebe ich nicht auf." Zwar seien die Bauarbeiten schon so weit fortgeschritten, dass massive Schäden nicht mehr rückgängig gemacht werden könnten. Es sei aber immer noch sein Ziel, das Projekt zu stoppen.

Das geplante Wasserkraftwerk habe mit sauberer Energie nichts zu tun, vielmehr wäre die indigene Bevölkerung bedroht, wenn sie aus ihrem Lebensraum etwa in Containersiedlungen umgesiedelt würden: "Das ist menschenunwürdig. Ihnen wird die Lebensgrundlage entzogen, sie haben keine Berufe erlernt, viele ergeben sich dem Suff."

"Menschen gehen zugrunde"

Oft werde argumentiert, dass die Dörfer der Indios ohnehin nicht geflutet würden, meinte Kräutler. In Wahrheit sei aber eben das Gegenteil das Problem. Da der Xingu-Fluss in einen Kanal umgeleitet werden soll, würde eine rund 100 Kilometer lange Flussschleife austrocknen. "Die Menschen haben dann kein Wasser mehr, aber sie leben ja vom Fischfang. Für sie wäre das der Todesstoß. Sie werden das vielleicht physisch überleben, aber kulturell gehen sie zugrunde."

Es sei im Zusammenhang mit den Indigenen auch ein Irrtum zu glauben, den Verlust ihres Lebensraums mit Geld- oder Sachentschädigungen wettmachen zu können. Die Menschen würden zwar mit Geld gefügig gemacht, letztlich aber doch untergehen. "Ich nenne das Auricid", meinte der gebürtige Vorarlberger in Anspielung auf das lateinische Wort Aurum (Gold).

Daher sei er auch vom früheren Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva enttäuscht worden, der trotz anderslautender Versprechungen letztlich die Umwelt und die Rechte der Indios dem Fortschritt geopfert habe. "Für mich ist Fortschritt aber nur dann gegeben, wenn sich die Lebensverhältnisse der Menschen verbessern."
Kritik an Andritz

Die Firma Andritz soll für das Kraftwerk die Turbinen liefern. Diese berufe sich darauf, dass das Projekt nach brasilianischem Umweltrecht genehmigt sei und Arbeitsplätze biete, so Kräutler. Es habe sich aber niemand die Mühe gemacht, sich die Umstände an Ort und Stelle anzuschauen: "Die riesigen Firmen hätten Abordnungen schicken sollen. Wir hätten den Leuten schon gezeigt, was los ist. Sie hätten sogar das Glück gehabt, dass der Bischof Deutsch spricht und sie keinen Dolmetscher brauchen."


„Unsere Zukunft wird weggespült“
Bischof Erwin Kräutler setzt sich für den Lebensraum der Indios ein
SALZBURG / XINGU (eds/ib – 19. 5. 2013) / Der Stausee Belo Monte verdrängt 40.000 Menschen aus ihrem Lebensraum. Was ist das schon im Verhältnis zu 200 Millionen Brasilianern? „So argumentieren sie in der Hauptstadt. Für mich haben alle diese Menschen ein Gesicht“, betont Dom Erwin Kräutler. Direkt an seinem Bischofssitz in Altamira fließt der Xingu vorbei. „Den indigenen Völkern ist dieser Fluss heilig.“ Die so genannte zivilisierte Welt zerstört ihn.
Dom Erwin ist „empört über all die Ausbeutung und Plünderung der Menschen und ihrer Mit-Welt“. Er lebt und wirkt seit beinahe 50 Jahren in Brasilien. SEI SO FREI, die entwicklungspolitische Aktion der Katholischen Männerbewegung in Salzburg und in Feldkirch, ist ein treuer Wegbegleiter. In den vergangenen Jahren konzentrierte sich die Unterstützung auf das Haus für Mutter und Kind und das Refúgio. Vor kurzem überzeugten sich die Referenten bei einer Projektreise davon, „wie Spenden aus Österreich Lebenschancen schenken“.
Mit dem Refúgio hat der Bischof dem „armen Volk Gottes am Xingu“ eine Zufluchtsstätte geschaffen. „Patienten, die in Altamira keine Verwandten haben, bei denen sie bleiben können, erhalten ein Dach über dem Kopf und Verpflegung. Mitarbeiterinnen begleiten sie zu Arzt und Behörden.“ Tag und Nacht klopfen Kranke an. Sr. Zélia, die Leiterin, und Sr. Jandira kümmern sich mit einem 15-köpfigen Team um die hier gestrandeten Frauen und Männer. Sie bleiben im Durchschnitt 20 Tage. Wer dazu in der Lage ist, zahlt einen geringen Beitrag. Die meisten können nicht einmal zehn Reais aufbringen, das sind umgerechnet vier Euro. Lucenildo ist einer von ihnen. Er greift sich mit schmerzverzerrtem Gesicht an sein Bein. „Die Nerven sind verletzt, es wird einfach nicht besser.“ Ein Schlagloch wurde ihm und seinem Zweirad zum Verhängnis.
Auch der Leidensweg des sechsjährigen Pedro ist noch nicht zu Ende. Ob er je wieder einem Fußball hinterherjagen kann? Der Bub saß bei seinem Onkel am Moped und trug bei einem Unfall einen Ober- und Unterschenkelbruch davon. Pedro pendelt nun zwischen Krankenhaus und Refúgio. „Vor ihm liegt eine langwierige Physiotherapie“, blickt Sozialarbeiterin Sonia auf den kleinen Dauergast und erzählt von dem nicht abreißenden Strom an neuen Patienten. Das Haus mit 60 Betten sei ständig überbelegt.
Wie Belo Monte den Alltag prägt, davon berichtet P. Michael Rhode. Am Haus der Missionare vom Kostbaren Blut donnern schon frühmorgens die LKW- und Buskolonnen vorbei. In einem Gebäude seiner Pfarre Perpétuo Socorro ist eine Art Refúgio-Nebenstelle eingerichtet. „Rund 30 Leute können in unserem Haus der Hilfe leben“, erzählt der aus Paderborn gebürtige Ordensmann.

Multinationale Gewinner, einheimische Verlierer
Schon in den 70er Jahren wollte die brasilianische Regierung die als Volta Grande bekannte Schleife des Xingu für ein Wasserkraftwerk nutzen. Damals landeten die Pläne aufgrund der Proteste und des Geldmangels in der Schublade. Im Frühjahr 2013 graben die Bagger trotz fehlender Genehmigungen jeden Tag weiter tief in den Urwaldboden hinein, um den drittgrößten Staudamm der Welt fertigzustellen. Das 11.000-Megawatt-Kraftwerk ist längst zum Prestigeprojekt für Präsidentin Dilma Rousseff geworden. Ein 50 Kilometer langer Damm soll den Verlauf des Xingu umlenken. 2015 soll Belo Monte das erste Mal Strom erzeugen.
29 Milliarden Reais, rund 11 Milliarden Euro kostet die Anlage. Andritz ist mit einer Auftragshöhe von etwa 330 Millionen Euro dabei und liefert Turbinen und Generatoren. Auf der Homepage gibt das steirische Unternehmen ein Bekenntnis zur Nachhaltigkeit ab, das in der Praxis anscheinend doch nicht so viel zählt. „Die Profiteure sind brasilianische und internationale Großkonzerne. Für die zählt nur der Gewinn“, bringt es Bischof Erwin Kräutler auf den Punkt.
Auf der Seite der „Verlierer“ treffen sich Flussbewohner, Fischer und Kleinbauern. „Norte Energia verspricht alles Mögliche. Sie wollen die Leute nur ruhig stellen. Wenn sie bauen, scheren sie sich nicht mehr um uns“, macht sich ein Aktivist bei der Protestbewegung Xingu Vivo Para Sempre Luft. Sprecherin Antônia Melo mahnt die Mobilisierung der Betroffenen ein. Immer wieder werden Straßensperren oder Baustellen-Besetzungen organisiert. Ein Totalstopp von Belo Monte ist aber unwahrscheinlich. Doch der Protest geht weiter – auch um weitere Staudämme zu verhindern.

Mittwoch, 20. April 2011

Bischof Kräutler unterstützt Protest gegen Megastaudamm

(Linzer KirchenZeitung 19.4.) Die brasilianische Regierung hält trotz schwerer Proteste weiterhin am Bau des Megastaudammes "Belo Monte" am Fluss Xingu fest. Etwa 500 km2 Regenwald sollen überflutet und über 20.000 Menschen umgesiedelt werden. Kritiker klagen an, dass mit dem Bau ein einzigartiges Flusssytem zerstört und so zigtausenden Menschen und Tieren der Lebensraum genommen wird. Bischof Erwin Kräutler, der mit Xingu der größten Diözese Brasiliens vorsteht, findet sich unter den schärfsten Kritikern des Projektes.

Der Fluss Xingu, ein Nebenfluss des Amazonas, soll zu zwei riesigen Stauseen aufgestaut und so zum drittgrößten Staudamm der Welt werden. Durch das im Staudamm integrierte Kraftwerk erhofft sich die brasilianische Regierung die Sicherung der Energieversorgung des Landes. Kritiker mahnen an, dass der Bau einen drastischen Einschnitt in das Lebensgefüge rund um den Xingu mit sich bringen wird. Die Angaben über die Zahl der Menschen, die im Zuge des Baus umgesiedelt werden müssen, reicht von 16.000 bis 40.000. In den betroffenen Gebieten leben vor allem indigene Völker, die auf ein Leben in diesen Regionen spezialisiert sind. Aktivisten befürchten, dass sich diese kaum in einer anderen Region zurechtfinden werden. Die Überflutung von über 500 km2 Regenwald bringt außerdem eine enorme Schädigung der Tier- und Pflanzenwelt mit sich. Vor allem die Fischbestände, die zugleich die Lebensgrundlage der dort ansäßigen Völker sind, werden besonders in Mitleidenschaft gezogen.

Bischof Erwin Kräutler gehört zu den "Kritikern der ersten Stunde". Für ihn ist das Projekt Belo Monte „ein Verbrechen an der Natur und an den Menschen, es ist der Todesstoß in das Herz Amazoniens." Zahlreiche Organisationen haben sich dem Protest Bischof Kräutlers angeschlossen. Unter ihnen findet sich auch die katholische Männerbewegung, die im Rahmen ihrer entwicklungspolitischen Aktion "SEI SO FREI" eine Unterschriftenaktion gestartet hat. Bis zum 20.Mai 2011 kann jeder den Protest unterstützen und seine Unterschrift abgeben. Die Unterschriften werden gemeinsam mit einem Brief am 01.Juni 2011 an Brasiliens Präsidentin Dilma Rouseff geschickt. Nähere Informationen dazu finden sie unter http://www.seisofrei.at.

Donnerstag, 24. Februar 2011

Hände weg von Belo Monte!

Protestaktion: Andritz AG - Hände weg von Belo Monte!

Pax Christi Burgenland unterstützt diese von der Dreikönigsaktion organisierte Aktion.

...
Der geplante Mega-Staudamm 'Belo Monte' am Xingu-Fluss in Brasilien bedroht die Lebensgrundlagen tausender Menschen. Am 14.2.2011 hat die österreichische Andritz AG angekündigt, sich am Bau des Staudammprojekts ‚Belo Monte’ zu beteiligen.

"Die (Andritz AG) tun sich leicht. Belo Monte ist weit, weit weg. Die denken vor allem an die Aufträge und mit denen kommt das Geld - aber ihre Kinder und Enkelkinder sind davon nicht betroffen. Für mich ist das anders. Ich kenne die Kinder, ich kenne die Eltern, ich kenne die Menschen. ... In Österreich kann man sagen: Hinter uns die Sintflut! Aber in Brasilien sind wir von dieser Sintflut betroffen! Wir erleben diese!"

Bischof Erwin Kräutler wurde 2010 für seinen Widerstand gegen ‚Belo Monte’ und seinen Einsatz für die indigenen Völker Brasiliens mit dem Alternativen Nobelpreis augezeichnet.

Schreiben Sie bitte eine Protest-Email an den Vorstandsvorsitzenden der Andritz AG!

Kathpress vom 21. Februar 2011
"Andritz"-Mitwirkung am Xingu-Damm: Katholische Aktion betroffen
Wiener KA-Präsident Schleicher: "Region droht ungeheurer und nicht mehr gut zu machender Schaden für ihre Menschen und ihre vielfältige Natur"

Samstag, 29. Januar 2011

Bischof Kräutler besorgt wegen Staudamm-Projekt Belo Monte

vorarlberg.orf.at, 28.1.2011
Staudamm-Projekt: Bischof Kräutler in Sorge
Die brasilianische Umweltbehörde hat mit einer Teilgenehmigung für das Staudammprojekt Belo Monte den Baubeginn ermöglicht. Bischof Erwin Kräutler, ein Gegner des Projekts, sieht eine Chance, wenn sich die Staatsanwaltschaft einschaltet.

taz.de, 27.1.2011
Rodungen für Belo Monte können beginnen
Trotz der Proteste von Indigenen und Umweltschützern treibt Brasília den Bau des umstrittenen Staudamms am Xingu voran

Linzer Kirchenzeitung
Fahren am Xingú bald die Bagger auf?
Brasilien: Umweltbehörde erteilte „Teillizenz“ für Amazonas-Kraftwerk
Die brasilianische Umweltbehörde erteilte den Errichtern des Megakraftwerkes Belo Monte die Genehmigung, Rodungsarbeiten und erste Baumaßnahmen durchzuführen. Bischof Erwin Kräutler spricht von einem Rechtsbruch.

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Alternativer Nobelpreis für Bischof Kräutler

vorarlberg.orf.at, 6.12.2010
Der seit Jahrzehnten in Brasilien tätige Bischof Kräutler ist einer der vier diesjährigen Preisträger des Alternativen Nobelpreises 2010 ("Right Livelihood Award"). Kräutler, der in der brasilianischen Diözese Xingu wirkt, wurde für seinen lebenslangen Einsatz für die Rechte der indigenen Völker und für sein Engagement für den Schutz des Amazonasurwaldes geehrt.

In seiner Rede anlässlich der Überreichung im Schwedischen Reichstag in Stockholm zog der 71-jährige Preisträger ein Resümee über seinen mittlerweile 45 Jahre dauernden Kampf gegen die ökologische und soziale Zerstörung des Amazonas-Gebietes.

Kräutler schilderte die Bedrohung des Amazonas durch verschiedene Energie- und Industrieprojekte dabei in dramatischen Worten: Die Bewohner seiner Diözese, insbesondere die indigene Bevölkerung, "wissen sehr genau, dass sie nicht überleben werden, wenn Amazonien weiterhin verachtet und vernichtet wird. Und sie wissen, dass dem Planeten Erde durch diese Zerstörung unumkehrbare Folgen entstehen werden. Dies wird die wahre Apokalypse sein."

Pax Christi Burgenland gratuliert Bischof Kräutler herzlich zu dieser Anerkennung seines Wirkens und hofft, dass endlich auch die Armen und die Indigenen die Umsetzung der Menschenrechte zu spüren bekommen.

Wortlaut der Rede von Bischof Kräutler auf KathPress.at
"Wir dürfen unsere Augen vor diesen Verbrechen nicht verschließen"

religion.orf.at, 6.12.2010
Bischof Kräutler wird heute mit alternativem Nobelpreis ausgezeichnet

"Amazonas-Bischof" Kräutler: "Mein Preis ehrt Opfer und Mitstreiter"

"Ich akzeptiere den 'Right Livelihood Award' im Namen all jener, die heute mit mir kämpfen - für die indigenen Völker, für Amazonien und für Menschenrechte", sagte der Bischof am Montag bei einer Pressekonferenz anlässlich der am Abend im schwedischen Parlament stattfindenden Preisverleihung in Stockholm. "Ich akzeptiere ihn auch im Namen der Dutzenden von Menschen, die ihr Leben gegeben haben, deren Blut vergossen wurde und die brutal ermordet wurden, weil sie sich der systematisierten Zerstörung von Amazonien widersetzten."

Montag, 11. Oktober 2010

Bischof Dom Erwin Kräutler in der Bergkirche Eisenstadt



Der austro-brasilianische Befreiungstheologe erzählt am 27.10.2010 aus seinem Leben in Amazonien und liest aus seinem neuen Buch

Im Rahmen von „HIMMEL und HAYDN“ ist am Mittwoch, 27. Oktober 2010 der aus Österreich stammende brasilianische Bischof Erwin Kräutler zu Gast in der Bergkirche Eisenstadt. „Zur Musik von Joseph Haydn habe ich einen ganz besonderen Bezug, seine Schöpfung höre ich so oft es geht. Noch immer klingt die Aufführung vom 31. Mai dieses Jahres in mir, die ich in der Haydnkirche miterleben durfte!“ so Bischof Kräutler (im Bild in der 1. Bank neben Bischof Iby sitzend). Im Oktober wird er aus seinem bewegten und bewegenden Leben erzählen, wo Musik immer wieder eine wichtige Rolle gespielt hat.

Erwin Kräutler wurde 1965 im Dom zu Salzburg zum Priester geweiht. Schon wenige Wochen später war mit dem Volk Gottes am Xingu (Brasilien) unterwegs. Seit 1982 ist er im weltweit größten Kirchengebiet Bischof. Die Prälatur am Xingu ist mehr als viermal so groß wie Österreich und im artenreichen, geheimnisvollen, überwältigenden Amazonien gelegen: einer zunehmend bedrohten Mit-Welt.

Dom Erwin, wie er in Brasilien genannt wird, verglich seinen bewegten Alltag vor Jahren mit dem Amazonas, dem wasserreichsten Strom der Erde. Wie Ebbe und Flut, Ruhe und Sturm, ist sein Leben. Und immer wieder macht er Schlagzeilen, weil er kompromisslos und beharrlich ein Leben in Würde für alle Menschen fordert und Ungerechtigkeiten anprangert. Seit Jahrzehnten kämpft der Bischof in Brasilien mit den Einheimischen gewaltlos für deren Rechte. Die Gegner: skrupellose Politiker, Großgrundbesitzer und all jene, die auf Kosten der Armen nach Reichtum streben und dabei nicht vor Gewalt zurückschrecken. „Diese Botschaft ist auch für uns heute und hier aktuell und soll uns als Beispiel gelebter Nachfolge Christi Mut machen!“ sagt Propstpfarrer Martin Korpitsch. Das Gespräch mit Bischof Kräutler wird Gerhard Krammer, künstlerischer Leiter von "Himmel und Haydn", führen, der seit vielen Jahren mit Dom Erwin befreundet ist und ihn in seiner Arbeit vorort am Xingu schon mehrmals erleben durfte.

In seinem aktuellen Buch „ROT WIE BLUT DIE BLUMEN“ erzählt Erwin Kräutler von seiner engagierten, aber auch gefährlichen und lebensbedrohlichen Arbeit als Bischof im Urwald Brasiliens. Schon vor Jahren erklärte einer der Kaziken (indianische Ureinwohner am Xingu): „Der Bischof ist kein Weißer, er ist unser Verwandter.“ Auch aus diesem Buch wird Erwin Kräutler einige Ausschnitte lesen. Dazu wird Robert Kovacs an der Orgel Stücke von Mozart, Haydn und Krammer interpretieren.

Bei der anschließenden Agape wird es die Möglichkeit zur persönlichen Begegnung und zum Gespräch mit Bischof Kräutler geben. „Wir freuen uns als Pfarre Eisenstadt Oberberg, dass Bischof Kräutler heuer bereits zum zweiten Mal unsere Gemeinde besucht!“ so Ratsvikarin Inge Strobl-Zuchtriegl. „Von seinen Gedanken und Erfahrungen kann sicher ein nachhaltiger Impuls für ein lebendiges Pfarrgemeindeleben ausgehen, wo wir in einen Dialog mit der Weltkirche treten können.“


Mittwoch, 27. Oktober 2010 • Beginn: 19.00 Uhr • Eintritt frei
www.haydnkirche.at

Freitag, 1. Oktober 2010

Bischof Erwin Kräutler mit 'Alternativem Nobelpreis' geehrt

Pax Christi Burgenland gratuliert Dom Erwin Kräutler herzlich zu diese herzlich zum Alternativen Nobelpreis 2010 - er verdient diese internationale Anerkennung und Auszeichnung seiner prophetischen Arbeit! Dadurch können die Solidarität mit ihm und den Menschen am Xingu sowie der 'Einsatz von unten' zugunsten der Wahrung der Würde der Menschen und der Lebenskraft in der Schöpfung wieder ein Stück weiter wachsen!

ORF, 30.0.2010
Alternativer Nobelpreis für Bischof Kräutler
Befreiungstheologe und Umweltschützer
Der in Österreich geborene und seit Jahrzehnten in Brasilien tätige Bischof Erwin Kräutler ist einer der vier Preisträger des Alternativen Nobelpreises 2010. Wie die „Right Livelihood Award Foundation“ am Donnerstag bekanntgab, werde der Bischof der brasilianischen Diözese Xingu für seinen lebenslangen Einsatz für die Rechte der indigenen Völker und für sein unermüdliches Engagement geehrt, „den Urwald des Amazonas vor der Zerstörung zu bewahren“.

Religion.ORF, 30.9.2010
Alternativer Nobelpreis für Bischof Erwin Kräutler
Die Stockholmer Stiftung "Right Livelihood Award“ ehrt Kräutlers unermüdlichen Einsatz für die indigenen Völker Brasiliens sowie seinen angestrebten „Wandel von unten“.

Ö1-Audio-Beiträge und aktuelle Interviews mit Dom Erwin
Alternativer Nobelpreis an Bischof Erwin Kräutler
Einsatz für indigene Bevölkerung

Süddeutsche, 1.10.2010
Belohnung im Kampf für ein besseres Leben
Friedens- und Umweltaktivisten aus Nigeria, Brasilien, Nepal und Israel erhalten den Alternativen Nobelpreis
Für 'lebenslangen Einsatz für die Rechte der indigenen Bevölkerung und unermüdlichen Kampf gegen die Zerstörung des Urwalds' zeichnet die Stiftung den katholischen Bischof Erwin Kräutler aus. Der 1939 in Österreich geborene Geistliche lebt seit den 1960er Jahren in Brasilien und ist von der Befreiungstheologie inspiriert. Er setzte sich dafür ein, dass die Rechte der Urbevölkerung in Brasiliens Verfassung verankert werden. Zudem half er Indiodörfern beim Aufbau von Schulen und Krankenversorgung.

Freitag, 21. Mai 2010

Bischof Erwin Kräutler: Belo Monte ist gesetzeswidrig

ORF, 20.5.2010
Kräutler: Kraftwerksprojekt ist gesetzeswidrig
Als schweren Rückschlag, aber keineswegs als beschlossene Sache wertet Bischof Erwin Kräutler die Nachricht, dass das Wasser-Kraftwerk am Xingu in Brasilien nun definitiv gebaut werden soll. Das Projekt sei verfassungswidrig.

"Bundespräsident stellt sich über Verfassung"
Der aus Koblach stammende Kräutler hatte rund 30 Jahre lang gegen das Kraftwerk angekämpft, weil das Vorhaben die Lebensgrundlage Tausender Indios bedroht. Er betrachtet das Wasserkraftwerk-Projekt als verfassungswidrig. So hat sich nach der Meinung Kräutlers der brasilianische Bundespräsident über die Verfassung gestellt.

Kräutler-Interview als MP3

Kräutler-Video: Liechtensteiner Volksblatt, 4. Juni 2010
"Mein Rückhalt ist das Evangelium"