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Sonntag, 4. April 2010

Düsseldorfer Friedenspreis 2010 ergeht an Wolfgang Kuhlmann

Der Düsseldorfer Friedenspreis wird alljährlich beim Düsseldorfer Ostermarsch von den fünf Gruppen der Düsseldorfer Friedensbewegung vergeben. Heuer geht er an die FriedensTreiberAgentur (FTA) von Wolfgang Kuhlmann. Pax Christi Burgenland schätzt die Informationen von FTA seit vielen Jahren und gratuliert Wolfgang Kuhlmann ganz herzlich zu diesem Friedenspreis - er verdient ihn!

Aus der Laudatio von Erika Bosch (Menschen für den Frieden Düsseldorf)
:
Wolfgang Kuhlmann verschickt seit 12 Jahren über seine FriedensTreiberAgentur eine Zusammenfassung von Weltnachrichten über Krieg und Frieden, die ihresgleichen sucht, weil sie so umfangreich und aktuell ist.

Das, was über Afghanistan-Vietnam in der normalen Presselandschaft, von den Boulevardzeitungen bis hin zu den sich wichtig nennenden Zeitungen, veröffentlicht wird, entspricht selten dem, was dort in diesem Krieg und in überhaupt allen Kriegen wirklich geschieht: es geht niemals um Menschenrechte, niemals um Freiheit.

Aus der Dankesrede von Wolfgang Kuhlmann:
Nur einfach Dank zu sagen, ist mir nicht genug. Darum ein paar Worte zu Medien, Krieg und Lügen.

Kriege werden durch Lügen eingeleitet. Anders geht es nicht. Es gibt keine Wahrheit, mit der sich ein Massen Abschlachten begründen lässt.

Diesen Lügen ist eines gemeinsam:
Mit ihnen haben unsere Kriegsherren Millionen von Menschen in Kriege geführt und Zehntausenden Tod, Folter und Verstümmelung gebracht.

Doch Wahrheit lässt sich nie ganz verstecken. Irgendwo lugt sie immer zwischen den Zeilen hervor. Auch in den Mainstream-Medien, auch in den Flaggschiffen des bürgerlichen Journalismus.

Die Texte in voller Länge auf FriedensTreiberAgentur - dort kann man auch den Newsletter abonnieren.

Mittwoch, 13. Januar 2010

Käßmann steht zu ihrer Kriegskritik

SPIEGEL 12.01.2010 (anr/dpa)
Umstrittene Predigt
Käßmann verteidigt Afghanistan-Äußerungen
Für ihre kritischen Äußerungen zum Einsatz in Afghanistan wurde Margot Käßmann scharf angegriffen- auch nach einem Treffen mit Verteidigungsminister Guttenberg bleibt die Bischöfin bei ihrer Einschätzung. Sie stehe voll hinter ihrem Wortlaut, sagte die EKD-Ratsvorsitzende.

FTD 12.01.2010
Bischöfin steht zu ihrer Kriegskritik
Naivität, populistische Stimmungsmache, Ahnungslosigkeit. Das sind
einige der Worte, die der Vorsitzenden der Evangelische Kirche um die
Ohren gehauen wurden. Der Grund war eine Rede, in der Käßmann den
Krieg am Hindukusch als "nicht zu rechtfertigen" kritisierte. Die
Bischöfin bleibt aber rebellisch.

SPIEGEL 12.01.2010 (Fischer)
PR-Offensive bei der Luftwaffe
Wie sich Guttenberg aus dem Schlamassel robbt
Käßmann-Kritik, Kunduz-Affäre, CSU-Niedergang: Noch nicht einmal
hundert Tage im Amt, hat Verteidigungsminister Guttenberg mit
Problemen zu ringen. Sein Antrittsbesuch bei der Luftwaffe
illustriert, wie er sich vom Polit-Ballast zu befreien versucht.

Tagesschau 11.01.2010 (Thiels)
Einsatz mit kirchlichem Segen?
"Wenig hilfreich" und "wirklichkeitsfremd" - die Verärgerung über
Käßmanns deutliche Kritik am Afghanistan-Einsatz war auch in der
Truppe groß. Verteidigungsminister zu Guttenberg suchte jetzt den
Dialog mit der EKD-Ratsvorsitzenden. Nach dem Treffen stehen die
Zeichen auf Entspannung - ein Besuch Käßmanns am Hindukusch ist
geplant.

Montag, 4. Januar 2010

Käßmann: "Wir brauchen mehr Fantasie für den Frieden..."

Aus der Neujahrspredigt von Margot Käßmann, der Ratsvorsitzenden der evangelischen Kirche in Deutschand, gehalten in Dresden:

"Nichts ist gut in Afghanistan. All diese Strategien, sie haben uns lange darüber hinweggetäuscht, dass Soldaten nun einmal Waffen benutzen und eben auch Zivilisten getötet werden. Wir brauchen Menschen, die nicht erschrecken vor der Logik des Krieges, sondern ein klares Friedenszeugnis in der Welt abgeben, gegen Gewalt und Krieg aufbegehren und sagen: Die Hoffnung auf Gottes Zukunft gibt mir schon hier und jetzt den Mut von Alternativen zu reden und mich dafür einzusetzen. Manche finden das naiv. Ein Bundeswehroffizier schrieb mir, etwas zynisch, ich meinte wohl, ich könnte mit weiblichem Charme Taliban vom Frieden überzeugen. Ich bin nicht naiv. Aber Waffen schaffen offensichtlich auch keinen Frieden in Afghanistan. Wir brauchen mehr Fantasie für den Frieden, für ganz andere Formen, Konflikte zu bewältigen. Das kann manchmal mehr bewirken als alles abgeklärte Einstimmen in den vermeintlich so pragmatischen Ruf zu den Waffen. Vor gut zwanzig Jahren haben viele Menschen de Kerzen und Gebete auch hier in Dresden belächelt… "

Medienecho dazu:

SPIEGEL 04.01.2010 (hen/kgp/dpa/APD/ddp)
Bundeswehrverband kritisiert EKD-Ratsvorsitzende Käßmann
Erst empörten sich Politiker von Union und FDP, jetzt kritisiert auch der Bundeswehrverband die Afghanistan-Äußerungen von Margot Käßmann. Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche habe mit ihrer Neujahrspredigt "neue Frustrationen für deutsche Soldaten" geschaffen.

SZ 04.01.2010 (Drobinski)
Kommentar
Mixa: egal, Käßmann: Skandal
Zwei unterschiedliche Kirchenleute kritisieren den Afghanistan-Einsatz. Doch während Bischof Mixa niemanden erregt, fallen die Politiker über Bischöfin Käßmann her.

SZ 04.01.2010
Kritik an Afghanistan-Einsatz
Westerwelle nimmt Käßmann in Schutz
Während die Regierung verschnupft auf die Äußerungen der Bischöfin reagiert, stellt sich der Außenminister hinter sie. Sie selbst fühlt sich missverstanden

SPIEGEL 05.01.2010 (hut/dpa)
Käßmann trifft Guttenberg zur Aussprache
Ihre kritischen Äußerungen zum Afghanistan-Einsatz sorgten für Empörung bei Politikern und Bundeswehr: Nun sucht Margot Käßmann, Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, das Gespräch mit Verteidigungsminister Guttenberg.

BerlZ 06.01.2010 (Frank)
"Wir müssen die Logik des Krieges durchbrechen"
Bischof Ackermann stellt sich hinter Bischöfin Käßmann

ND 06.01.2010 (Agenturen/ND)
Guttenberg will darüber reden
Verteidigungsminister lädt Margot Käßmann zu Gespräch ein

BerlZ 08.01.2010:
71 Prozent für raschen Rückzug aus Afghanistan


AGF 08.01.2010
Kriegsskeptische Stimmen nehmen zu: Bischöfin Käßmann erfährt Unterstützung - Bundesregierung "tarnt und täuscht"
Dokumentiert: Pressemitteilungen des Bundesausschusses Friedensratschlag und der IPPNW

Sonntag, 27. Dezember 2009

Käßmann: "Es gibt keinen gerechten Krieg"

Im Zuge der Diskussionen um die weitere Beteiligung Deutschlands am Afghanistan-Krieg lösten die prophetischen Worte der Ratsvorsitzenden der evangelischen Kirche, Margot Käßmann, dass es aus christlicher Sicht keinen gerechten Krieg gibt, heftige Kritik in Politik und Begeisterung in der Friedensbewegung aus.
Wenn es um Krieg oder Frieden geht, darf die Kirche nicht schweigen, sondern muss klare Position beziehen und ihre Stimme für den Frieden als Werk der Gerechtigkeit erheben.

BerlZ 24.12.2009 (Zichomirowa/Schmale)
"Es gibt keinen gerechten Krieg"
Die Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche, Margot Käßmann, dringt auf geordneten Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan / SPD-Führung schreibt an die Soldaten