Freitag, 27. Mai 2011

"Salomonisches Urteil" im Kirchenstreit von Sucumbíos

Blickpunkt Lateinamerika, 26.5.2011
Nach Hungerstreik des Bischofs: Zerstrittene Orden müssen Sucumbios verlassen.
Im Konflikt um die Nachfolgeregelung des Apostolischen Vikariates San Miguel de Sucumbios hat die ecuadorianische Bischofskonferenz die beiden zerstrittenen Orden aus der Region zurückgezogen. Nach lokalen Medienberichten ordneten die Bischöfe am Dienstag (Ortszeit) an, dass sowohl der Orden der Unbeschuhten Karmeliten als auch die "Heraldos del Evangelio" die Provinz verlassen müssen. Die "salomonische Entscheidung" soll, wie das katholische Nachrichtenportal infocatolica.com berichtet, dazu beitragen, die angespannte Situation zu beruhigen, die seit der Ablöse von Mons. Gonzalo López Marañón entstanden ist.

Die Brüder der Unbeschuhten Karmeliten

Die Missionare der Herolde des Evangeliums


Am 2. Mai war P. Cannistrà Saverio bei Papst Benedikt XVI. vorgeladen,
um die Absicht des Vatikans für Sucumbíos zu erfahren. Dem Orden wurde das Betreuungsrecht für das Vikariat entzogen und der Generalobere musste den Abzug der Brüder veranlassen.



Übersetzung der Mitteilung der Ecuadorianischen Bischofskonferenz zur Abberrufung der Karmeliten und Herolde vom 24. Mai 2011
Quelle: Conferencia Episcopal Ecuatoriana

Den Geist der Gemeinschaft stärken

Seit dem Wechsel der pastoralen Leitung im Apostolischen Vikariat San Miguel de Sucumbios Ende letzten Jahres hat eine Reihe von Handlungen und Positionseinnahmen, die eine entsprechende Ablöse verhindert haben, in den zuständigen kirchlichen Einrichtungen Sorge hervor gerufen.

Nach der vom Generaloberen des Ordens der Unbeschuhten Karmeliten erfolgten Anordnung hat das Team der Karmeliten-Brüder, das in San Miguel de Sucumbios diente, das Gebiet verlassen und die Bereiche und Aufgaben, die ihnen zugeteilt waren, formell an Bischof Angel Sanchez Loaiza Polivio, Päpstlicher Delegat, übergeben.

Die Missionare der Herolde des Evangeliums hielten es nach reiflicher Überlegung aller Umstände für zweckmäßig, den erhaltenen Auftrag - als eine Geste des Zuvorkommens und der Verfügbarkeit für den Heiligen Vater – in seine Hände zu legen.

Nach Anträgen, die seit einigen Monaten laufen, erklären sich die Erzdiözese Quito und Guayaquil sowie die Diözese von Ibarra, Ambato, Loja und San Jacinto de Yaguachi zur Entsendung einiger Diözesanpriester bereit, um im pastoralen Bereich am Aufbau des Vikariats mitzuarbeiten.

All diese Maßnahmen sollen laut Bischof Sanchez Loaiza dazu beitragen, "den Geist der Gemeinschaft zu stärken, damit die Einheit der christlichen Gemeinde ein Zeugnis der Treue zu Christus und seiner Kirche sei."

Quito, 24. Mai 2011

Generalsekretariat der Ecuadorianischen Bischofskonferenz