Sonntag, 27. März 2011

Etappensieg für Ecuadors Präsident im Kleinkrieg mit dem Vatikan

 

Correa ärgert den Vatikan

Eine vermeintliche Formsache belastet derzeit die Beziehungen Ecuadors mit dem Vatikan. Staatspräsident Rafael Correa, praktizierender Linkskatholik mit langer katholischer Vita, will die von Rom ernannten Bischöfe künftig nicht mehr wie früher ohne weiteres in ihrem Amt bestätigen.

(DR)

In Zukunft werde er nur noch dann zustimmen, wenn die Ernannten sich intensiv der Frage der sozialen Gerechtigkeit widmen, erklärte er. "In einer Region wie Lateinamerika ist die soziale Frage weitaus wichtiger als die Frage der Moral. Die tägliche Ungerechtigkeit, die wir in Ecuador und in Lateinamerika erleben, gilt es öffentlich zu machen", begründete Correa das Ende der bisherigen Praxis.

Der Hintergrund: Der Präsident stößt sich an der Neubesetzung des Apostolischen Vikariates in Sucumbios. "Wir wollen dieses Recht nicht nutzen", erläuterte Correa seine Veto-Absichten: "Aber wir werden es in Anspruch nehmen, wenn versucht wird, die soziale Arbeit in Sucumbios zu zerstören und durch eine fundamentalistische Sekte zu ersetzen, die vier oder fünf Jahrhunderte in der Vergangenheit lebt."

Diskriminierung durch Kirchenmitglieder?

Mit einem offenen Brief hatten im Februar 2011 kirchliche und soziale Organisationen eine Diskriminierung durch Kirchenmitglieder angeprangert, die seit altersbedingten Rücktritt von Bischof Gonzalo Lopez Maranon (77) im vergangenen Oktober die Leitung katholischerBildungs- und Gesundheitseinrichtungen in der Region übernommen hatten. Insbesondere würden Frauen, Afro-Amerikaner, Indigene und Kinder als kulturlos diskriminiert, hieß es. Konkret richten sich die Vorwürfe gegen Vertreter der katholischen Vereinigung "Heraldos del Evangelio - Caballeros de la Virgen", die dem konservativen Flügel der Kirche zugezählt wird.

Die ecuadorianische Regierung kann nach eigener Lesart gegen die Ernennung eines Bischofs durch den Vatikan ein Veto einlegen. In der Vergangenheit war es allerdings Usus, dass die Regierung stets allen römischen Nominierungen zustimmte, ohne von ihrem formalen Recht Gebrauch zu brauchen.

Kein Vetorecht des Präsidenten

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Antonio Arregui Yarza, zeigt sich irritiert: "Es gibt kein Vetorecht des Präsidenten", meint er. Die Kirche treffe ihre eigenen Entscheidungen, unabhängig von der jeweiligen politischen Präferenz der amtierenden Regierung.

Doch der Vorstoß Correas - begleitet von entsprechendem Druck von der Kirchenbasis - zeitigte nun Erfolg: Anders als zunächst vorgesehen, soll nicht der Argentinier Rafael Ibarguren Schindler das Apostolische Vikariat in Sucumbios leiten. Der 58-Jährige, seinerseits mit den "Heraldos" verbunden, galt als fester Kandidat für die Nachfolge. Auch der Vorsitzende der Ecuadorianischen Bischofskonferenz, Erzbischof Antonio Arregui von Guayaquil, hatte sich hinter ihn gestellt und sich zugleich dagegen verwahrt, die von Rom anerkannten "Heraldos" als "fundamentalistische Sekte" zu bezeichnen, wie es Präsident Correa tat.Anstelle von Ibarguren soll jetzt - zumindest vorübergehend - Bischof Angel Polibio Sanchez Loayza (64) nach Sucumbios wechseln. Das wiederum ist auch ein geschickter Zug Roms: Der Oberhirte von Guaranda ist als Generalsekretär der Bischofskonferenz mit den politischen Fallstricken in der ecuadorianischen Gesellschaft bestens vertraut und somit in der Lage, die gespannte Atmosphäre nicht noch weiter aufzuheizen. Damit geht ein tagelanger öffentlicher Streit zu Ende - bis auf Widerruf.

Autor/in:Tobias Käufer

Donnerstag, 24. Februar 2011

Hände weg von Belo Monte!

Protestaktion: Andritz AG - Hände weg von Belo Monte!

Pax Christi Burgenland unterstützt diese von der Dreikönigsaktion organisierte Aktion.

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Der geplante Mega-Staudamm 'Belo Monte' am Xingu-Fluss in Brasilien bedroht die Lebensgrundlagen tausender Menschen. Am 14.2.2011 hat die österreichische Andritz AG angekündigt, sich am Bau des Staudammprojekts ‚Belo Monte’ zu beteiligen.

"Die (Andritz AG) tun sich leicht. Belo Monte ist weit, weit weg. Die denken vor allem an die Aufträge und mit denen kommt das Geld - aber ihre Kinder und Enkelkinder sind davon nicht betroffen. Für mich ist das anders. Ich kenne die Kinder, ich kenne die Eltern, ich kenne die Menschen. ... In Österreich kann man sagen: Hinter uns die Sintflut! Aber in Brasilien sind wir von dieser Sintflut betroffen! Wir erleben diese!"

Bischof Erwin Kräutler wurde 2010 für seinen Widerstand gegen ‚Belo Monte’ und seinen Einsatz für die indigenen Völker Brasiliens mit dem Alternativen Nobelpreis augezeichnet.

Schreiben Sie bitte eine Protest-Email an den Vorstandsvorsitzenden der Andritz AG!

Kathpress vom 21. Februar 2011
"Andritz"-Mitwirkung am Xingu-Damm: Katholische Aktion betroffen
Wiener KA-Präsident Schleicher: "Region droht ungeheurer und nicht mehr gut zu machender Schaden für ihre Menschen und ihre vielfältige Natur"

Dienstag, 8. Februar 2011

Memorandum Freiheit: Für einen notwendigen Aufbruch in der Kirche


Bereits 205 Theologinnen und Theologen, die an Universitäten in Deutschland, Schweiz und Österreich lehren, haben das Memorandum zur Krise in der Katholischen Kirche "Kirche 2011: Ein notwendiger Aufbruch" unterzeichnet.

“Der begonnene kirchliche Dialogprozess kann zu Befreiung und Aufbruch führen, wenn alle Beteiligten bereit sind, die drängenden Fragen anzugehen. Es gilt, im freien und fairen Austausch von Argumenten nach Lösungen zu suchen, die die Kirche aus ihrer lähmenden Selbstbeschäftigung herausführen.”

Im Internet gibt es nun die Möglichkeit dieses Memorandum in einer Online-Petition zu unterstützen.
Dort findet man auch weitere Infos sowie den Text des Memorandums.

Bitte um Unterstützung dieser Petition und um Weiterleitung an Freunde und Bekannte - damit wir gemeinsam dem notwendigen Aufbruch in unserer Kirche ein wenig näher kommen und zu Einheit in Vielfalt beitragen!

Mittwoch, 2. Februar 2011

Volksbegehren "RAUS aus EURATOM"

Das Volksbegehren "RAUS aus EURATOM" hat das Ziel, eine Volksabstimmung über den Ausstieg Österreichs aus der Europäischen Atomgemeinschaft EURATOM zu erreichen. Wie bei der Volksabstimmung über das AKW Zwentendorf sollen die Österreicher_innen das Votum abgeben können, das für die Politik verbindlich ist. Zwar haben im Jahr 2008 bei einer Umfrage 78% für einen Ausstieg aus EURATOM gestimmt und 81% lehnten die Unterstützung der europäischen Atomindustrie mit österreichischen Steuergeldern ab. Jetzt kommt es darauf an, sich zu dieser Forderung zu bekennen und aktiv den Ausstieg aus EURATOM zu unterstützen!




Samstag, 29. Januar 2011

Bischof Kräutler besorgt wegen Staudamm-Projekt Belo Monte

vorarlberg.orf.at, 28.1.2011
Staudamm-Projekt: Bischof Kräutler in Sorge
Die brasilianische Umweltbehörde hat mit einer Teilgenehmigung für das Staudammprojekt Belo Monte den Baubeginn ermöglicht. Bischof Erwin Kräutler, ein Gegner des Projekts, sieht eine Chance, wenn sich die Staatsanwaltschaft einschaltet.

taz.de, 27.1.2011
Rodungen für Belo Monte können beginnen
Trotz der Proteste von Indigenen und Umweltschützern treibt Brasília den Bau des umstrittenen Staudamms am Xingu voran

Linzer Kirchenzeitung
Fahren am Xingú bald die Bagger auf?
Brasilien: Umweltbehörde erteilte „Teillizenz“ für Amazonas-Kraftwerk
Die brasilianische Umweltbehörde erteilte den Errichtern des Megakraftwerkes Belo Monte die Genehmigung, Rodungsarbeiten und erste Baumaßnahmen durchzuführen. Bischof Erwin Kräutler spricht von einem Rechtsbruch.

Freitag, 24. Dezember 2010

Weihnachten in Bethlehem an der Mauer


„Ein Licht strahlt in die Dunkelheit!“

Die Bewohner Bethlehems feiern Weihnachten 2010 an der Mauer
Gesegnete Weihnachten und ein gesundes Neues Jahr!

Bethlehem, Montag 20.12.2010:
Das Arab Educational Institute (www.aeicenter.org), stellte eine Krippenszene vor der Trennmauer und dem militärischen Wachturm in der Nähe von Rachels Grab im Norden Bethlehem, Palästina. Links der Hirte und ein Esel. Auf dem Wachturm steht geschrieben: "Einst wurde ein Lehrer der Menschenrechte wurde geboren!" Während der Feier, sang das in der Grotte stehende "Stille Nacht, heilige Nacht", während der Frauenchor des Arab Educational Institute Weihnachts- und Volkslieder aufführte.
An der Feier nahmen rund 150 Zivilisten teil, darunter der Bürgermeister von Bethlehem, die Delegierten des palästinensischen Ministeriums für Bildung in Ramallah und Bethlehem, Dutzende von palästinensischen Lehrern und Vertretern der Kirchen und Moscheen aus dem Gebiet Bethlehem und Ramallah. Es gab weiters eine Besuchergruppe von IKV Pax Christi (eine Friedensbewegung aus den Niederlanden), Menschenrechtsaktivisten und Beobachtern des Ökumenischen Begleitprogramms für Frieden in Palästina und Israel (EAPPI).
Gebete für den Frieden wurden gesprochen, die auf Grund eines Aufrufs Weihnachtwünsche und Gebete nach Bethlehem zu schicken gekommen waren - eine Initiative von Pax Christi, dem Palästina / Israel-Forum des Ökumenischen Rates der Kirchen, Church and Peace, dem Internationalen Versöhnungsbund, dem Vorsitzenden der Konferenz der Europäischen Justitia et Pax Kommissionen
Die Gestaltung der Szene durch das Arab Educational Institute, war der Beginn von Veranstaltungen am dem Tag der Menschenrechte (Jesus als Menschenrechtsaktivist), dem Tag der Lehrer (Jesus als Lehrer) und Weihnachten alle gemeinsam gefeiert mit Reden von Würdenträgern, Lesungen aus der Bibel und Koran, und muslimischer und christlicher Poesie.

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Alternativer Nobelpreis für Bischof Kräutler

vorarlberg.orf.at, 6.12.2010
Der seit Jahrzehnten in Brasilien tätige Bischof Kräutler ist einer der vier diesjährigen Preisträger des Alternativen Nobelpreises 2010 ("Right Livelihood Award"). Kräutler, der in der brasilianischen Diözese Xingu wirkt, wurde für seinen lebenslangen Einsatz für die Rechte der indigenen Völker und für sein Engagement für den Schutz des Amazonasurwaldes geehrt.

In seiner Rede anlässlich der Überreichung im Schwedischen Reichstag in Stockholm zog der 71-jährige Preisträger ein Resümee über seinen mittlerweile 45 Jahre dauernden Kampf gegen die ökologische und soziale Zerstörung des Amazonas-Gebietes.

Kräutler schilderte die Bedrohung des Amazonas durch verschiedene Energie- und Industrieprojekte dabei in dramatischen Worten: Die Bewohner seiner Diözese, insbesondere die indigene Bevölkerung, "wissen sehr genau, dass sie nicht überleben werden, wenn Amazonien weiterhin verachtet und vernichtet wird. Und sie wissen, dass dem Planeten Erde durch diese Zerstörung unumkehrbare Folgen entstehen werden. Dies wird die wahre Apokalypse sein."

Pax Christi Burgenland gratuliert Bischof Kräutler herzlich zu dieser Anerkennung seines Wirkens und hofft, dass endlich auch die Armen und die Indigenen die Umsetzung der Menschenrechte zu spüren bekommen.

Wortlaut der Rede von Bischof Kräutler auf KathPress.at
"Wir dürfen unsere Augen vor diesen Verbrechen nicht verschließen"

religion.orf.at, 6.12.2010
Bischof Kräutler wird heute mit alternativem Nobelpreis ausgezeichnet

"Amazonas-Bischof" Kräutler: "Mein Preis ehrt Opfer und Mitstreiter"

"Ich akzeptiere den 'Right Livelihood Award' im Namen all jener, die heute mit mir kämpfen - für die indigenen Völker, für Amazonien und für Menschenrechte", sagte der Bischof am Montag bei einer Pressekonferenz anlässlich der am Abend im schwedischen Parlament stattfindenden Preisverleihung in Stockholm. "Ich akzeptiere ihn auch im Namen der Dutzenden von Menschen, die ihr Leben gegeben haben, deren Blut vergossen wurde und die brutal ermordet wurden, weil sie sich der systematisierten Zerstörung von Amazonien widersetzten."